Psychische Krankheiten werden im allgemeinen weniger ernst genommen wie die körperlichen. Viele "gesunde Menschen" fürchten sich davor, mit psychischen Krankheiten in Berührung zu kommen, verurteilen die Betroffenen als wären sie selbst schuld an ihrem Leiden oder werten sie als "geisteskrank" ab.

Dabei wird übersehen, dass z.B. Depressive so stark erkranken können, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihr Leben selbstständig zu bewältigen. Eine Behandlung ist also dringend erforderlich.


Medikamentöse Behandlung:

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass während einer Depression der Stoffwechsel des
Gehirns gestört ist. Die Botenstoffe (Transmitter) Serotonin und/oder Noradrenalin sind nötig, um Informationen (z.B. ich fühle mich wohl, ich bin angespannt, ich bin satt) von Nervenzelle zu Nervenzelle zu transportieren. Bei einer Depression gibt es zu wenig von ihnen und/oder die Übertragung zwischen den Nervenzellen funktioniert nicht richtig. Das wirkt sich auf den Gefühlshaushalt aus und spiegelt sich als Niedergeschlagenheit, Grübelzwang, Lustlosigkeit usw. wieder.

Dagegen wurden so genannte "Antidepressiva" entwickelt. Das sind Medikamente, die das
chemische Ungleichgewicht im Gehirnstoffwechsel wieder ausgleichen. Diese Medikamente wirken beruhigend und Angst lösend, die Stimmung wird "aufgehellt". Es dauert einige Wochen bis sie ihre Wirkung entfalten, deshalb dürfen sie auf keinen Fall abgesetzt werden, auch wenn sie anfangs anscheinend nicht wirken.


Psychotherapeutische Behandlung:

Bei schweren Depressionen genügt es nicht, die Patienten mit einem Rezept für Antidepressiva
wieder nach Hause zu schicken. Sie sollten unbedingt zusätzlich psychotherapeutisch betreut
werden. In einer Psychotherapie finden die Patienten heraus, welche belastenden Ereignisse
(häufig frühe Kindheitserlebnisse) ihr Gemüt belasten und sie lernen, ihr Verhalten im Umgang mit Enttäuschungen zu verändern. Allein die Erfahrung, dass der Therapeut/die Therapeutin sich alle Klagen bedingungslos anhört und Verständnis zeigt, gibt den Patienten/innen wieder ein Stück Selbstvertrauen zurück.


Quelle: bravo.de