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Anna-Lena von Hodenberg über Desinformation, Macht von Social-Media-Plattformen und Zuversicht

Anna-Lena von Hodenberg in blauem Mantel

Foto: HateAid

In der zweiten Folge „Kopfsalat“ zum Thema Hass im Netz spricht HateAid-Mitgründerin Anna-Lena von Hodenberg mit Moderator Sven Haeusler darüber, wie Social-Media-Plattformen unsere politische Öffentlichkeit und zunehmend auch unser psychisches Wohlbefinden beeinflussen. Die beiden tauchen in die systematischen Hintergründe digitaler Gewalt und diskutieren, warum rechtsextreme Akteure, radikale Gruppen und Big-Tech-Unternehmen gleichermaßen von einem digitalen Klima profitieren, das Empörung, Angst und Überforderung begünstigt.

Anna-Lena von Hodenberg beschreibt, wie sich unser Medienkonsum „grundlegend geändert“ habe. Heute entscheiden Algorithmen darüber, was ein Großteil der Bevölkerung an Nachrichten konsumiert, und sie belohnen Inhalte, die starke Emotionen auslösen. Digitale Gewalt und Desinformation würden dadurch verstärkt, was für viele Menschen einen Dauerzustand aus Stress, Erschöpfung und Kontrollverlust schaffe.

Doch neben ökonomischen Interessen spielen politische Motive eine zentrale Rolle. Laut HateAid setzen insbesondere rechtsextremistische und rechtsradikale Akteure digitale Angriffe strategisch ein, um Journalist:innen, Politiker:innen und Aktivist:innen einzuschüchtern und aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Mit dem Aufkommen von KI-gestützten Deepfakes, darunter gefälschte Stimmen, Bilder und Videos, wächst diese Gefahr weiter. Manipulation wird einfacher, persönlicher und psychisch belastender für die Betroffenen.

Anna-Lena von Hodenberg betont, wie sehr diese Dynamiken unseren Alltag prägen: eine unter Druck stehende Medienlandschaft, Talkshows ohne Live-Faktenchecks und eine gesellschaftliche Stimmung, die sich zunehmend „aufgeregt, nervös, aggressiv“ anfühlt. Dabei ist es leicht, in diesem Lärm die Orientierung zu verlieren – eine stressbedingte Reaktion, die unsere mentale Resilienz schwächt.

Trotz dieser Entwicklungen blickt Anna-Lena von Hodenberg optimistisch in die Zukunft. Sie setzt auf Regulierung, bessere technische Standards, eine starke Zivilgesellschaft und hat Zuversicht, dass wir digitale Räume so gestalten können, dass sie Menschen schützen statt verletzen.

Die sechste Staffel wird gefördert durch die Deutsche DepressionsLiga e.V. und die DAK Gesundheit.

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