Miriam Davoudvandi über Armut, Scham und die unsichtbaren Folgen von fehlender Teilhabe
Foto: Julius Gabele
In der ersten Sonderfolge von „Kopfsalat“ zum Thema Einsamkeit spricht Moderator Sven Haeusler mit der Journalistin, Autorin und Podcasterin Miriam Davoudvandi über Armut in Deutschland und die Verbindung zu Einsamkeit. Ausgangspunkt des Gesprächs ist ihr kürzlich erschienenes Debüt „Das können wir uns nicht leisten“, in dem sie ihr Aufwachsen in prekären Verhältnissen beschreibt.
Im Gespräch geht es um mehr als finanzielle Einschränkungen. Miriam Davoudvandi spricht über Scham, über fehlende Teilhabe und wie früh soziale Unterschiede im Alltag spürbar werden – etwa in der Schule, in Freundschaften oder bei Freizeitaktivitäten. Diese Erfahrungen prägen nicht nur äußere Möglichkeiten, sondern auch den Blick auf sich selbst: „Es geht nicht nur ums Monetäre, es geht um den eigenen Selbstwert, den Armut einem nimmt.“
Die Verbindung zwischen Armut und psychischer Gesundheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Journalistin, die selbst einen Podcast zu psychischer Gesundheit moderiert, beschreibt es als wechselseitigen Zusammenhang: „Wer arm ist, der wird eher psychisch krank. Wer psychisch krank wird, bleibt eher arm.“ Strukturelle Bedingungen, fehlende Ressourcen und gesellschaftliche Zuschreibungen greifen für sie ineinander und können Gefühle von Einsamkeit oder Isolation stark beeinflussen.
Miriam Davoudvandis persönliche Einblicke zeigen, dass Armut den Alltag und zwischenmenschliche Beziehungen oft dort beeinflusst, wo sie für nicht von Armut betroffene Menschen unsichtbar bleibt. Sie lenkt den Blick dabei auch auf familiäre Verantwortungen und gesellschaftliche Narrative, die den Umgang mit Armut prägen und aus ihrer Perspektive viel zu selten offen besprochen werden.
Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Diese Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
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