In einer Petition unterstützt von Nina Gnädig, Vanessa Petruo, Klaas Heufer-Umlauf und Markus Kavka fordern Freunde fürs Leben e.V.  mehr Aufklärung über Suizid durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

 

In Deutschland sterben jährlich mehr als 10.000 Menschen durch Suizid

Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch und HIV/Aids zusammen. Trotzdem gibt es keine bundesweite Aufklärungskampagne mit dem Ziel, Informationen zu vermitteln, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen und somit Suizide zu verhindern.

Alle 53 Minuten nimmt sich ein Mensch das Leben, etwa alle 4 Minuten versucht es jemand. Warum gibt es Kampagnen über Verkehrssicherheit, Suchtkrankheiten und Safer Sex, aber keine über Suizid? Es gibt bisher noch keine Aufklärungskampagne über Suizid, wie z.B. zum Thema Aids.

Petition "Rede Darüber" 2013

Der Wandel im Umgang mit der Krankheit Aids ist ein positives Beispiel dafür, wie wertvoll Aufklärungskampagnen für unsere Gesellschaft sind. Gute Aufklärungskampagnen verändern den allgemeinen Umgang mit einem Tabu. Sie reduzieren weit verbreitete Stigmata, schaffen Wissen und geben den Betroffenen, sowie deren Freunde und Familie, die Sicherheit, dass sie keine Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung haben müssen. Das Leid und die Dringlichkeit ihrer Situation wird erkannt und anerkannt. Ganz konkret wird aufgezeigt, welche Anlaufstellen zur Beratung, Unterstützung und Hilfe es gibt. Eine bundesweite Aufklärungskampagne informiert und enttabuisiert.

Dazu schreibt Edwin Shneidman in seinem Buch „Definition of Suicide“:

„Wenn man der Öffentlichkeit kommuniziert, dass Suizid jeden betreffen kann, dass es Hinweise in Äußerungen und im Verhalten von  Menschen gibt, auf die man achten kann, und dass Hilfe verfügbar ist, ist das ein Weg um Suizid zu verhindern.“

Momentan werden diese positiven Möglichkeiten in Deutschland nicht genutzt. Leider ist es tatsächlich so, dass die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zurzeit nicht einmal Informationsmaterial zum Thema Suizid und Depression bereit hält, beispielsweise für Lehrer, Eltern und Schüler. Dabei ist Suizid bei jungen Menschen die zweithäufigste Todesursache.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiert, dass Suizidprävention in vielen Ländern nur unzureichend betrieben wird. Sie betont, dass in vielen Gesellschaften:

(1) Suizid nicht als fundamentales Problem wahrgenommen wird, und

(2) ein Tabu herrscht, das Thema offen anzusprechen.

In einem Großteil der Länder hat Suizidprävention keine Priorität. Deutschland ist eines davon.

Anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10.September 2013 starteten wir, das sind Freunde fürs Leben e.V. mit prominenter Unterstützung von Nina Gnädig, Vanessa Petruo, Klaas Heufer-Umlauf und Markus Kavka, auf change.org eine Petition für eine bundesweite Aufklärungskampagne über Suizid.

Die Petition ist gerichtet an

Prof. Dr. Elisabeth Pott (Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Ulrike Flach (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit)

Annette Widmann-Mauz (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit)

Thomas Ilka (Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit)

Das sind die Personen, die bei der BZgA und im Bundesministerium für Gesundheit dafür verantwortlich sind, dass eine bundesweite Aufklärungskampagne zum Thema Suizid durchgeführt wird bzw. entsprechende Initiativen ins Rollen bringen können.

Bisher ist Suizid ein Tabuthema, anscheinend auch für staatliche Einrichtungen – das muss sich ändern! Wir brauchen ein gesellschaftliches Klima, in dem wir offen über Depressionen und seelische Krisen reden können. Nur wenn das Thema zur Sprache gebracht wird, können wir handeln und helfen.

Jetzt die Petition zeichnen.

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