Empfehlungen zur Berichterstattung über Suizid für Journalisten und Medienschaffende.

Warum sind diese Empfehlungen so wichtig?

Allein die Berichterstattung über Suizid in den Medien kann einen negativen Einfluss auf suizidgefährdete Menschen haben. Die Folge falscher Berichterstattung sind Nachahmungstaten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich im schlimmsten Fall mehr Menschen als gewöhnlich das Leben nehmen. Journalisten haben in einem solchen Fall also sehr viel Verantwortung und sind dazu aufgerufen, diesen Leitlinien zu folgen. Denn Medienvertreter können auch einen Beitrag zur Suizidprävention leisten, wenn sie richtig berichten.

Hier findet Ihr zum einen den Leitfaden zur Berichterstattung über Suizid des Kriseninterventionszentrums Wien und zum Anderen den Medienguide Take Care – Be Aware Empfehlungen zur Berichterstattung über Suizid:

leitfaden_empfehlungen_berichterstattung_medien

medienguide_take_care

kurz und knapp - die wichtigsten Details

Wie sollte berichtet werden: 

• konkrete Alternativen/Lösungsansätze aufzeigen (Wege aus der Krise)

• individuelle Problematik beschreiben, Verzicht auf Wertungen und vereinfachte Erklärungen

• professionelle Hilfsangebot nennen (Telefonnummern, Darstellung der Arbeitsweise)

• öffentliches Bewusstsein schaffen

• Warnsignale von Suizidgefährdung veröffentlichen

 

Was sollte vermieden werden:

• erhöhte Aufmerksamkeit durch eine spektakuläre Überschrift, Positionierung auf der Titelseite

• Details zur Person

• das Abdrucken von möglichen Abschiedsbriefen

• Details zur Suizidmethode, Suizidort und Suizidhandlung

• vereinfachte Erklärung (… aus Liebe, … wegen Schulden)

• heroisieren, romantisieren und glorifizieren

 

 

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