Mit „Der Sohn“ kommt das Thema Suizid auf Theaterbühnen in ganz Deutschland
Von links nach rechts: Philipp Hallenberger (Produzent), Anouk Brandao (Regieassistentin), Anja Furthmann (Ausstatterin), Alexa Maria Surholt (Schauspielerin, Rolle Anne // aufgrund von Krankheit neu besetzt mit Dorothea Schenck), Paul Radke (Schauspieler, Rolle Pfleger), Hardy Krüger (Schauspieler, Rolle Pierre), Quentin Lopes (Schauspieler, Rolle Nicolas), Nadine Menz (Schauspielerin, Rolle Sofia), Holger Hauer (Regisseur sowie Schauspieler, Rolle Arzt) // Foto: Urban Ruths
TW: Depression, Suizid, Suizidversuch
Vielen ist die Geschichte aus dem Kino bekannt: 2022 verfilmte Florian Zeller sein eigenes Theaterstück „Der Sohn“ mit Hugh Jackman, Laura Dern und Anthony Hopkins in den Hauptrollen. Jetzt kommt der Stoff auf die Bühne zurück. Ab 24. Oktober 2026 bringt die Produktion TOURERLEBEN „Der Sohn“ auf über 40 Bühnen in Deutschland, abseits der großen Metropolen. Freunde fürs Leben e.V. ist offizieller Content- und Medienpartner.
Die Story: Nicolas ist 17 und eigentlich kurz davor, die Schule abzuschließen. Doch von einem unbeschwerten Jugendlichen ist nicht mehr viel übrig. Alles scheint ihm zu viel zu werden. Er schwänzt den Unterricht, zieht sich zurück und reagiert aggressiv. Schließlich hält es Nicolas bei seiner Mutter Anne nicht mehr aus und zieht auf eigenen Wunsch zu seinem Vater Pierre und dessen neuer Frau Sofia.
„Der Sohn“ präsentiert von TOURERLEBEN – Freunde fürs Leben als Partner
Nicolas wird gespielt von Quentin Lopes, Hardy Krüger spielt seinen Vater Pierre, Dorothea Schenck ist Anne und Nadine Menz spielt Sofia. Regie führt Holger Hauer. Die Produktion reist ab Oktober 2026 durch Deutschland.
Freunde fürs Leben e.V. ist Medienpartner: Wir stellen während der Tournee Aufklärungsmaterial und im Programmheft des Stücks Informationen zum Thema mentale Gesundheit sowie zur Arbeit des Vereins zur Verfügung.
Mehr Informationen zum Stück und alle Tourdaten: www.der-sohn.de
Pierre will helfen. Er fühlt sich schuldig und hofft, seinem Sohn durch den Umzug wieder Halt und Lebensfreude zu geben. Eine Zeit lang scheint es, als könnte das gelingen. Doch die Krise, in die Nicolas geraten ist, ist ernster als zunächst angenommen. Nach einem Suizidversuch wird deutlich, wie schlecht es ihm tatsächlich geht.
„Der Sohn“ erzählt nicht nur von einem Jugendlichen in einer psychischen Krise, sondern auch von einer Familie, die versucht zu verstehen, was mit einem geliebten Menschen in einer solchen Situation passiert. Es zeigt das Zusammenspiel verschiedener Belastungen und Nicolas selbst findet kaum Worte für das, was in ihm passiert.
Wenn Liebe allein nicht reicht
Genau das macht das Stück auch aus Sicht der Suizidprävention und Aufklärungsarbeit relevant. Denn Depressionen bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Mensch sichtbar traurig ist. Auch Rückzug, Reizbarkeit, Aggressionen, Hoffnungslosigkeit oder andere starke Veränderungen im Verhalten können darauf hindeuten, dass es jemandem nicht gut geht. Gerade bei jungen Menschen ist die Situation oft schwer einzuordnen.
Gleichzeitig zeigt „Der Sohn“, an welche Grenzen Angehörige geraten können. Pierre liebt seinen Sohn und möchte ihn unbedingt retten, doch Liebe allein kann eine psychische Erkrankung nicht behandeln. Zuhören, Veränderungen ernst nehmen, nachfragen und da sein können entscheidend sein. Genauso wichtig ist es, professionelle Hilfe hinzuzuziehen.
Warum frnd als Partner mitmacht
Freunde fürs Leben klären seit 25 Jahren über Depression und Suizid auf, machen Warnsignale sichtbar und holen psychische Krisen aus der Tabuzone. Unsere Kanäle sind vor allem digital: Social Media, Website, Kampagnen. Die Bühne bringt etwas dazu, das ein Feed nicht kann: Menschen sitzen zwei Stunden im selben Raum, mit echter Begegnung und der Möglichkeit, sich danach auszutauschen.
Deshalb unterstützen wir „Der Sohn“ als Content- und Medienpartner auch vor Ort: mit Fachexpertise und Hinweisen auf Hilfsangebote, die in die Produktion, darunter im Programmheft, einfließen.
„Der Sohn“ spielt in Itzehoe, Bargteheide, Nienburg, Diepholz, Meppen, Goch, Osterode, Sulingen und vielen weiteren Städten abseits der Metropolen. ort, wo Aufklärung zu Depression und Suizid oft seltener stattfindet als in Großstädten und die Schaffung von echter Begegnung umso wichtiger ist.
Warum mentale Gesundheit auf die Bühne gehört
Theater kann keine allgemeingültige Darstellung von Depressionen liefern, denn psychische Erkrankungen haben viele Gesichter. Doch die Geschichte von Nicolas kann etwas vermitteln, was Zahlen und Definitionen allein nur schwer greifbar machen: wie sich eine psychische Krise auf einen Menschen und sein Umfeld auswirken kann.
„Der Sohn“ ist ein sehenswertes, aber auch herausforderndes Theaterstück für alle, die sich mit Depressionen im Jugendalter, Suizidalität und der Perspektive von Angehörigen auseinandersetzen wollen. Es erinnert daran, psychisches Leiden ernst zu nehmen, auch wenn wir es nicht verstehen, keinen eindeutigen Grund dafür finden oder es einem Menschen nicht ansehen können.
Die wichtige Erkenntnis: Wir müssen nicht immer die richtigen Antworten haben, aber wir können hinschauen, zuhören, nachfragen und Hilfe holen. Und wir können darüber sprechen – auf Theaterbühnen genauso wie in unserem Alltag.