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  • Depression ist keine Charakterschwäche. Es ist auch keine Launigkeit. Es ist eine Krankheit.

    Klaas Heufer-Umlauf, Moderator und Schauspieler

Depression

Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung: Jeder bzw. jede fünfte Deutsche leidet einmal im Leben an einer Depression. Dennoch wissen nur wenige darüber Bescheid und können Stimmungsschwankungen von einer echten Depression unterscheiden.

Hier haben wir alles für Dich zusammengetragen, was Du über Depression wissen solltest:

Antworten auf Deine Fragen

Was sind Depressionen?

Der Begriff Depression kommt vom lateinischen Verb „deprimere“ und bedeutet so viel wie herunter- oder niederdrücken. Die Depression zählt zu den Stimmungs- und affektiven Störungen und zeigt sich durch anhaltende Stimmungstiefs, fehlenden Antrieb, Interessenverlust sowie viele körperliche Symptome. Für eine betroffene Person ist es sehr schwierig bis unmöglich ihr alltägliches Leben zu gestalten, da ihre Gedanken und Gefühle, ihr Verhalten und auch körperliche Vorgänge stark verändert sind.

Wieso Menschen depressiv werden, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Besondere und extrem belastende Lebensumstände oder auch genetische Veranlagung können eine Depression auslösen. Studien zeigen, dass eine Vielzahl von Faktoren zusammenspielen wie zum Beispiel ein neurochemisches Ungleichgewicht, Genetik, Stress, soziale Faktoren wie zum Beispiel Einsamkeit sowie psychologische Faktoren, also die Eigenschaften und Persönlichkeitszüge eines Menschen.

Es gibt verschiedene Arten der Depression.
Die häufigsten findest Du hier kurz erklärt:

Major Depression: Major Depression, also schwere Depression, ist der offizielle Begriff für das, was wir gewöhnlich meinen, wenn wir von Depressionen sprechen. Eine betroffene Person leidet seit mindestens zwei Wochen unter einem niedrigen Energieniveau, Traurigkeit, einem Gefühl der Leere und Apathie, geringer Selbstachtung und geringem Selbstwertgefühl, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Der Verlust von Interessen und der Fähigkeit, Freude an Aktivitäten zu finden, die früher Freude bereitet haben, ist das typischste Anzeichen einer schweren Depression. Ein Zehntel der Personen, die an einer schweren Depression leiden, sind zwischen 10 und 24 Jahre alt. Frauen sind zudem häufiger betroffen als Männer, was auf hormonellen Veranlagungen, soziale Faktoren und einen anderen Umgang mit Problemen zurückzuführen ist.

Bipolare Störung: Im Gegensatz zu einer Major Depression, für die anhaltende Gefühle der Leere, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit typisch sind, erleben Menschen mit einer bipolaren Störung auch extremes Glück. Auf diese Glücksphase folgt früher oder später immer eine depressive Episode. Stimmungsschwankungen sind ein normaler Teil des Lebens, aber bei Menschen mit bipolaren Störungen sind die Höhen und Tiefen extrem.

Äußerst glückliche Episoden werden als manische Episoden und niedrige Phasen als depressive Episoden bezeichnet. Beide sind gefährlich. In der manischen Phase zeigt eine Person rücksichtsloses Verhalten, das ihr oder anderen schaden kann. Beispiele dafür sind ungeschützter Sex, unkontrolliertes Geldausgeben, impulsives Treffen wichtiger Entscheidungen, Ausübung von Extremsportarten und Drogenmissbrauch. Die bipolare Störung wird gewöhnlich in der späten Jugend, zwischen 18 und 21 Jahren, diagnostiziert.

Dysthymie: Dysthymie ist eine Stimmungsstörung, für die lange Zeiträume – mindestens ein Jahr – mit schlechter, depressiver, reizbarer Stimmung typisch sind. Sie fühlt sich weniger intensiv an als eine Depression. Darüber hinaus kann die Dysthymie, wenn sie nicht behandelt wird, schwere Folgen für Jugendliche haben, wie zum Beispiel Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Umgang oder mit ihren Emotionen entwickeln. Den Schulalltag zu meistern, kann für sie schwer werden. Eine Dysthymie kann später zu schweren Depressionen führen.

Prämenstruelle dysmorphe Störung: Bei der prämenstruellen Dysmorphie handelt es sich um ein sehr intensives prämenstruelles Syndrom (PMS). Wenn sich Frauen etwa 10 Tage vor dem Ende ihrer Periode niedergeschlagen, traurig und empfindlicher fühlen, ist dies ein ganz normaler Teil des weiblichen Monatszyklus. Aber prämenstruelle dysmorphe Störungen können so schwerwiegend sein, dass das tägliche Leben, Beziehungen, Schule und Arbeitsleistung von Frauen beeinträchtigt werden. Betroffene Frauen fühlen sich oft deprimiert, hoffnungslos, ängstlich, wütend und außer Kontrolle. Sie leiden unter Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten.

Burnout Syndrom: Der Begriff Burnout kommt aus dem Englischen und bedeutet „ausgebrannt“. Burnout hat keine eigene Diagnose als Krankheit, wird aber als Faktor eingestuft, der das Wohlbefinden einer Person beeinflusst. Burnout ist definiert als eine Reihe von Symptomen, die aus chronischem Stress am Arbeitsplatz entstehen. Es umfasst drei Aspekte:

  • anhaltende emotionale Erschöpfung
  • das Gefühl, dass die eigene Arbeit nicht effektiv, sondern sinnlos ist
  • verminderte berufliche Wirksamkeit

Bestimmte Symptome, die als typische Burnout-Symptome gelten, treten auch bei anderen psychischen Erkrankungen auf wie zum Beispiel bei depressiven Störungen, Angststörungen oder dem chronischem Erschöpfungssyndrom. Oft verbirgt sich hinter einem Burnout eine Depression – und umgekehrt. Bei der Diagnose ist jedoch Vorsicht geboten, da Burnout und Depressionen unterschiedlich behandelt werden und eine falsche Behandlung schwerwiegende Folgen für die Patient*innen haben kann. Das betrifft zum Beispiel die Entscheidung, ob die betroffene Person Antidepressiva einnehmen soll. Eine falsche Diagnose kann eine Therapie weniger wirksam machen.

Wie kannst Du die zwei Erkrankungen unterscheiden? Depression umfasst alle drei oben aufgeführten Aspekte des Burnouts. Aber dazu gehören auch ein geringes Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken. Negative Gedanken und Gefühle erstrecken sich bei Depressionen auf alle Lebensbereiche, während sie bei Burnout strikt auf die Arbeit beschränkt sind. Das Burnout ist zwar keine Depression, kann aber zu einer werden.

Wie kann man zwischen einer Depression und Stimmungsschwankungen unterscheiden?

„Voll depri drauf sein“ kommt gerade in der Pubertät oft vor und dauert einige Augenblicke, Stunden oder Tage – solche Stimmungstiefs kennt jede*r. Sie sind keine Depression und legen sich mit der Zeit wieder. Es kann verwirrend sein, Stimmungsschwankungen und Depressionen oder andere psychische Probleme auseinanderzuhalten.

Was kann Dir dabei helfen? Es ist sehr wichtig Trauer, Sorgen, Ängste und Befürchtungen Deiner Freund*innen als echte und gültige Emotionen anzuerkennen – egal woher diese Gefühle kommen und wie alt die Person ist.

Empfindest du manchmal die schwankende Stimmung oder eine deprimierte Episode eines bzw. einer Freund*in als übertrieben? Klar ist, dass Du andere Krisen-Erfahrungen als Dein bzw. Deine Freundin gesammelt hast – schließlich seid ihr zwei verschiedene Menschen, die unterschiedliche Eigenschaften, Stärken und Schwächen mit sich bringen. Denk also daran: Ein Problem, mit dem Du gut zurecht kommst, kann für eine andere Person eine große – wenn nicht sogar unlösbare – Herausforderung bedeuten.

Wichtig als Freund oder Freundin, Elternteil, Lehrer*in oder Kolleg*in: Wenn eine Person Stimmungsschwankungen bzw. deprimierte Phasen hat, nimm die Situation und die Gefühle des anderen ernst. Gehe auf Dein Gegenüber zu und frage ausdrücklich und verständnisvoll nach, was gerade in der Person vorgeht. Denk daran, dass aus ihrer Sicht die Sorgen, Gefühle und Probleme sehr real sind. Depressionen oder andere Stimmungsstörungen können zu jeder Zeit im Leben auftreten. Im Unterschied zu einer gelegentlichen depressiven Verstimmung oder Traurigkeit ist es bei einer Depression sehr schwierig bis unmöglich, das alltägliche Leben zu gestalten. Gedanken, Gefühle, Verhalten und auch körperliche Vorgänge sind stark verändert.

Hör Deinem Freund bzw. Deiner Freundin zu: Gemeinsam könnt Ihr Euch folgende drei Punkte anschauen, an denen sich Depressionen von Stimmungsschwankungen unterscheiden lassen (bevor Ihr einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsucht):

#1 Schweregrad: Wut, Traurigkeit, Reizbarkeit, Einsamkeit, Apathie, Unsicherheit und andere negative Emotionen sind viel intensiver, wenn die Person eine Depression hat.

#2 Dauer: Wenn starke negative Gefühle oder Apathie länger als zwei Wochen ohne Unterbrechung andauern, kann dies auf eine Depression hindeuten.

#3 Bereiche: Wenn negative Gefühle oder ungewöhnliches Verhalten in mehreren Lebensbereichen (z.B. nicht nur zu Hause, sondern auch in der Schule, bei der Arbeit und im Freundeskreis) wahrgenommen werden, kann eine schlechte Stimmung auf eine Stimmungsstörung und nicht auf eine bestimmte Situation zurückzuführen sein.

20% der Kinder und Jugendlichen erleben noch vor ihrem 18. Lebensjahr eine depressive Episode. Studien zeigen, dass Stimmungsstörungen ihre Wurzeln oft früh im Leben haben. Im Jugendalter steigt das Risiko für Depressionen von 5 auf 20 %. Eine Depression verschwindet nicht einfach wieder und muss von einem bzw. einer Ärzt*in behandelt werden. Ärzt*innen können eine Therapie und/oder Medikamente dagegen verschreiben.

Woran kann ich eine Depression erkennen?

Treten mindestens zwei Hauptsymptome gleichzeitig und durchgehend länger als 2 Wochen auf, dann solltest Du Deinen Freund bzw. Deine Freundin dabei unterstützen, sich seinen bzw. ihren Eltern anzuvertrauen, Hilfe anzunehmen und einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen.

Bei den typischen Merkmalen für eine Depression wird zwischen Haupt-, Zusatz- und körperlichen Symptomen unterschieden.

Hauptsymptome

  • gedrückte Grundstimmung, tiefe Traurigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebslosigkeit und Energielosigkeit, oft schon nach kleinen Anstrengungen

Zusatzsymptome

  • Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten
  • mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und ständiges Grübeln
  • Gefühle von Wertlosigkeit und Überforderung
  • negative und pessimistische Gedanken an die Zukunft
  • innere Leere
  • Rückzug von Freund*innen und Angehörigen
  • Suizidgedanken oder Suizidhandlungen
  • Angst und Unruhe
  • Verlust von sexuellem Interesse

Körperliche Symptome

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Energielosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Veränderung der Essgewohnheiten, meist Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust oder -zunahme
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Magen-/Darmbeschwerden
  • Gliederschmerzen
  • ungewöhnliche Langsamkeit in den Bewegungen
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit

Die Diagnose einer Depression wird anhand der Kriterien des ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) gestellt. Wie das genau geht, erfährst Du hier.

Das Tückische an einer Depression ist, dass sie gar nicht so leicht zu erkennen und zu diagnostizieren ist. Oft wissen die Betroffenen gar nicht, dass sie unter einer Krankheit leiden. Denn die Beschwerden und Symptome sind nicht immer eindeutig. Depressive Menschen haben Mühe, sich zu konzentrieren, fühlen sich leer und erschöpft, sind gereizt oder sehr sensibel, sind emotionslos, fühlen sich körperlich unwohl oder verlieren ihren Appetit. Oft halten sich die Betroffenen selbst für Versager. Schließlich ist all das „nur psychisch“ bedingt. Doch: Wer unter Depressionen leidet, ist krank und braucht intensive Behandlung.

Wenn Du jemanden kennst, der unter anhaltenden Depressionen leidet, ermutige ihn bzw. sie, einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen. Begleite die Person und sei für sie da.

Was sind die Risikofaktoren?

Auch wenn niemand zu 100 % vor Depressionen geschützt ist, sind einige Personen einem größeren Risiko ausgesetzt, depressiv zu werden. Hier findest Du die häufigsten Risikofaktoren für Depressionen:

Wenn Du einen Faktor bei Dir entdeckst, bedeutet das nicht, dass Du auf jeden Fall depressiv wirst, sondern vielmehr, dass Du gut auf Dich und Deine seelische Gesundheit aufpassen solltest.

  • Menschen mit geringem Selbstwertgefühl
  • Menschen, die traumatische Ereignisse erlebt haben (z.B. körperlicher oder sexueller Missbrauch, Verlust eines geliebten Menschen, schwierige Beziehungen)
  • Menschen, die in ihrer Familie Betroffene von Depression, bipolarer Störung, Alkoholismus oder Suizidenten haben
  • Menschen, bei denen eine andere psychische Störung diagnostiziert wurde (z. B. Angstzustände oder Essstörungen)
  • Menschen, die Alkohol und Drogen missbrauchen
  • Menschen, die unter chronischen Krankheiten leiden (z.B. Krebs oder chronische Schmerzen)
  • einige Medikamente können auch das Risiko erhöhen, depressiv zu werden

Darüber hinaus sind einige Risikofaktoren für Depressionen eng mit Jugendlichen verbunden:

  • Opfer von Mobbing
  • negative Familienbeziehungen
  • heranwachsende Mädchen werden eher depressiv als Jungen

Wie lange dauert eine Depression?

Eine Depression kann Wochen und Monate anhalten. Ohne psychotherapeutische und/oder medizinische Behandlung dauert eine depressive Phase im Durchschnitt zwischen vier bis sechs Monate. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine depressive Episode sogar länger als ein Jahr dauert. Wenn sich eine depressive Person professionelle Hilfe sucht, kann eine Depression sehr wahrscheinlich schneller behandelt werden.

  • Manche Menschen haben über viele Jahre hinweg immer wieder depressive Episoden bzw. Phasen.
  • Eine chronische Depression ist eine depressive Episode, die mehr als zwei Jahre andauert.
  • Etwa 20 % aller depressiven Phasen können als chronische Depression eingestuft werden – sprich eine lang andauernde Depression sein.
  • Etwa 70 % der Menschen, die eine depressive Episode erlebt haben, werden mindestens eine weitere Phase erleben.

Professionelle Hilfe kann die Häufigkeit und Intensität von depressiven Phasen verringern. Dies ist einer der Gründe, warum es wichtig ist, sich Hilfe zu suchen.

Wie kann sich eine Depression anfühlen?

Depressionen sind eine Gemütskrankheit. Erkrankte können sich selbst nicht davon befreien. Meist fühlen sie sich niedergeschlagen, bedrückt, sind motivations- und perspektivlos, ohne besondere Gründe dafür nennen zu können.

Übrigens: Es ist völlig sinnlos einer depressive Person mit „Jetzt reiß dich mal zusammen!“ Anschwung geben zu wollen. Genau das können Betroffene nicht.

Jemand, der an einer Depression erkrankt ist, erlebt sich als hoffnungs- und hilflos. Die Person empfindet eine innere Leere, hat Angst und ist verzweifelt. Es ist falsch zu glauben, dass depressive Menschen in erster Linie sehr traurig sind. In Wirklichkeit empfinden sie oft ein starkes Gefühl der Leere: Sie fühlen sich wie versteinert oder wie in einem Nebel und sind nicht mehr in der Lage, Gefühle zu empfinden.

Da es sich bei der Depression um einen so individuellen Geisteszustand handelt, ist es schwierig, sie mit alltäglichen Worten wie „traurig“, „unmotiviert“ oder „leer“ zu beschreiben. Depressive Menschen haben oft das Gefühl, dass sie Möglichkeiten „verloren“ haben, Situationen selbst bestimmen und Gefühle kontrollieren zu können – die Zukunft scheint leer und sie haben nichts, worauf sie sich freuen können. Gefühle von Schuld und Unwürdigkeit sind ebenfalls nicht selten. Menschen mit Depressionen fühlen sich manchmal aber auch völlig apathisch.

Die größte Gefahr dieser psychischen Erkrankung besteht in der Suizidalität. Wer sich Wochen oder Monate lang niedergeschlagen fühlt und keine Freude mehr am Leben hat, kann anfangen, am Sinn des Lebens zu zweifeln.

Wie kann ich mich vor einer Depression schützen?

Niemand ist wirklich vor einer Depression geschützt . Es kann jede und jeden treffen, aber es gibt Anzeichen, auf die wir achten und die in Krisensituationen helfen können. Je früher Du reagierst, desto geringer ist die Chance, dass Du depressiv wirst. Je länger Du mit Verhaltensweisen weitermachst, die Deinem seelischen Wohlbefinden schaden, desto schwieriger ist es, einer Depression zu entkommen.

Um seelisch gesund zu bleiben, haben wir einige Tipps zusammengestellt:

  • Halte eine gesunde Routine ein (iss gut, schlafe ausreichend und bewege Dich regelmäßig).
  • Finde Wege, die Dir helfen, mit stressigen Momenten umzugehen.
  • Nimm Dir Zeit, die Du mit Deinen Lieben verbringst: Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind eines der wirksamsten Mittel zur Vorbeugung von Depressionen.
  • Wende Dich an Freund*innen und Familie, wenn Du Dich schlecht fühlst.
  • Triff, wenn möglich, keine großen Lebensentscheidungen an Tagen, an denen es Dir schlecht geht.
  • Vermeide Alkohol und Drogen – sie können die Traurigkeit oder die Leere, die Du empfindest, nicht dauerhaft vertreiben, sondern lassen Dich nach kurzem Hoch oft schlechter fühlen.
  • Hol Dir Hilfe, wenn Du den Verdacht hast, depressiv zu sein. Warten kann die Situation verschlimmern.
  • Beteilige Dich an Aktivitäten oder Hobbys, die Dich interessieren – auch wenn es Dir an manchen Tagen schwerfällt.

Was tun bei Signalen einer Depression?

Was kannst Du als Freund*in, Elternteil, Lehrer*in, Mitschüler*in, Kolleg*in tun, wenn Du das Gefühl hast, dass sich eine Person zurückzieht, sich für nichts mehr interessiert, teilnahmslos, verzweifelt und freudlos wirkt und „ganz anders“ ist als sonst?

Bei Signalen einer depressiven Episode bzw. einer psychischen Krise ist es ganz wichtig, nicht wegzusehen und zuzuhören. Es ist verständlich, dass Du verunsichert bist und nicht genau weißt, wie Du helfen kannst, aber lass die betroffene Person in ihrer Not nicht allein. Nimm die Gefühle und Gedanken ernst und sei für sie da.

#1 Geh auf die Person ein und zeige Interesse an den aktuellen Sorgen und Belastungen.
#2 Nimm sie ernst!
#3 Unterstütze die Person in Dinge und Aktivitäten, die ihr Freude bereiten und ihr Selbstwertgefühl stärken.
#4 Sucht gemeinsam nach professioneller Hilfe.

Als Laie kannst Du die Art und die Schwere einer Depression nicht richtig einschätzen, daher ist professionelle Hilfe und Unterstützung von einem bzw. einer Ärzt*in oder eines bzw. einer Psychotherapeut*in unabdingbar. Diese ausgebildeten Personen können einschätzen, welche Hilfe nötig ist, zum Beispiel in Form einer Therapie.

Ihr müsst diese herausfordernde und belastende Situation nicht alleine stemmen. Durchhalten und das im Alleingang durchziehen zu wollen, kann zu einer Überforderung für Dich und die betroffene Person führen. Professionelle Hilfe kann Euch auf dem Weg unterstützen – denn Ihr und Eure seelische Gesundheit (egal ob Betroffene*r oder Angehörige*r) sind wichtig. Und haltet Euch vor Augen: Depression ist kein Makel und auch keine Schwäche. Es ist vielmehr eine Reaktion des Menschen auf Belastungen und Stress sehr unterschiedlicher Art, der mithilfe des richtigen Umgangs, einer Therapie oder anderen Maßnahmen entgegengewirkt werden kann.

Wie hängen Suizid und Depression zusammen?

Suizidalität kann bei allen psychischen Erkrankungen auftreten. Ein besonders enger Zusammenhang zeigt sich zwischen Suizidalität und Depression:

  • Etwa 60 % der Menschen, die Suizid begehen, hatten eine schwere Depression.
  • Etwa 90 % der Menschen, die Suizid begehen, haben mindestens eine psychische Störung.

Aufklärungsarbeit über Suizid und die Förderung von psychischer Gesundheit ist deswegen ein wichtiger Bestandteil im Umgang mit Depression. Denn es gibt viele Faktoren, die die Wahrscheinlich für Suizidalität erhöhen. Zum Beispiel, dass:

  • Depressive Männer höher gefährdet sind sich das Leben zu nehmen als Frauen, da Männer eher Methoden wählen, die gewalttätiger und tödlich sind. Frauen hingegen wählen hingegen Methoden, von denen man eher gerettet werden kann – weswegen die Zahl an Suizidversuchen bei ihnen höher ist.
  • Depression der bedeutendste biologische und psychologische Risikofaktor bei Suiziden von Jugendlichen ist.
    Umso wichtiger ist es, Symptome und Risikofaktoren zu kennen und so eine Depression behandeln und Suizide verhindern zu können.

Aber: Nicht jeder der suizidal ist, ist depressiv. Und nicht jeder der depressiv ist, ist suizidal.

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