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Dr. Jakob Florack über Social-Media-Nutzung von Jugendlichen

 

Portrait von Jakob Florack in Nahaufnahme

Foto: Jakob Erlenmeyer

Wie viel Zeit verbringen Kinder und Jugendliche am Handy? Diese Frage beschäftigt viele Eltern, Schulen und inzwischen auch die Politik. Für Dr. Jakob Florack greift sie allerdings zu kurz. In der neuen Folge von „Kopfsalat“ beschreibt der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, dass nicht allein die Dauer der Social-Media-Nutzung entscheidend ist, sondern vor allem, was junge Menschen online tun und welche Funktion die digitale Welt für sie erfüllt.

Dr. Jakob Florack behandelt unter anderem Jugendliche mit Videospiel- und Internetabhängigkeit. Dabei erlebt er immer wieder, wie schwer es sein kann, von außen zu erkennen, wann Social Media tatsächlich zum Problem wird. Viele Auswirkungen zeigen sich zunächst nicht im Verhalten, sondern im Erleben. Wichtig ist herauszufinden, wie ein Mensch über sich selbst denkt, wie verbunden er sich mit anderen fühlt und ob der digitale Raum zunehmend etwas auffängt, das im analogen Leben fehlt oder dort gerade zu viel geworden ist.

Der Klinikleiter einer Kinder- und Jugendpsychiatrie unterscheidet zwischen aktiver und passiver Nutzung. Wer mit Freund:innen schreibt, sich austauscht oder selbst Inhalte gestaltet, erlebt Social Media häufig als sozialen Raum. Anders kann es beim endlosen Scrollen durch kurze Videos aussehen. Danach bleibe häufig das Gefühl: „Jetzt habe ich Zeit verschwendet. Ich habe schlechte Laune. Ich fühle mich damit nicht gut.“ Doch auch das Scrollen könne eine Funktion haben, die es zu erforschen gelte.

Die Verantwortung sieht Dr. Jakob Florack nicht allein bei Kindern, Jugendlichen oder Eltern. Auch fehlende Freizeitangebote, schwer zugängliche Begegnungsorte und die Mechaniken der Plattformen spielen für ihn eine wichtige Rolle.

In der Folge geht es um die Frage, ob ein hilfreicher Umgang mit Social Media weniger mit der nächsten Bildschirmzeit-Regel zu tun hat, sondern viel mehr mit einem Gespräch beginnen sollte. Denn vielleicht führt ausgerechnet die ehrliche Neugier auf die Nutzung digitaler Welten wieder zu mehr Verbindung in der analogen? Mehr dazu in der Folge.

Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.

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