In Deutschland sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und AIDS zusammen. Suizid (Selbstmord) ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen.Wie du helfen kannst, wenn deine Freundin oder dein Freund Suizidgedanken hat, worauf du achten kannst oder was du selbst tun kannst, wenn du Suizidgedanken hast, erfährst du hier:

5Alive – Fakten, Signale & Hilfe bei Suizidgedanken

  • 1Stephanie

  • 2Markus

  • 3Vanessa

  • 4Klaas

     

  • 5Simone

Suizid

Suizidgedanken werden in der Regel durch äußere Krisen ausgelöst. Meist werden diese Krisen durch zwischenmenschliche Konflikte, Trennungen oder den Tod von wichtigen Bezugspersonen, Kränkungen, schweren Erkrankungen, beruflichen Problemen, den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt und – besonders im hohen Alter – Vereinsamung und Selbstwertverlust ausgelöst.

Jeder kennt solche Krisen und die meisten können mit ihnen mehr oder weniger fertig werden. Oft helfen dann Gespräche mit Freunden oder auch professionelle Gespräche, zum Beispiel in Beratungsstellen, Kriseninterventionseinrichtungen oder mit Psychotherapeuten. Manche Menschen sehen in solchen Krisen keinen Ausweg mehr und werden suizidal.

 Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Suizidversuch

Ein Suizidversuch stellt einen sehr ernstzunehmenden Hilferuf dar. Diese Kinder und Jugendlichen wollen überwiegend nicht wirklich tot sein, sie sehen nur keinen anderen Weg mehr, um auf ihre persönliche Not und Verzweiflung aufmerksam zu machen. Das gilt übrigens auch für Erwachsene.

„Suizidales Verhalten ist keine Krankheit, sondern eine Tat. Sie soll eine Lösung für einen Zustand sein, den man nicht mehr länger aushalten will, oder ein Appell, der auf die eigene, schwierige, ausweglos scheinende Situation hinweisen soll. Sicher stehen oft auch Krankheiten im Hintergrund, wie z.B. Depressionen, Suchtkrankheiten oder sogenannte Persönlichkeitsstörungen. Hier sind Medikamente und/oder psychotherapeutische Hilfen oft sehr hilfreich. Viele Betroffene brauchen aber auch ganz normale Menschen, mit denen sie über sich und ihre Situation, ihre Wünsche und Ängste und inneren Abgründe sprechen können. Sie suchen in erster Linie keine Lösung, sondern Verständnis, Zeit und Vertrauen.“

Quelle: U-25-freiburg.de

Warnsignale

Die folgenden Punkte können darauf hindeuten, dass ein Mensch selbstmordgefährdet ist:

» bei starken Veränderungen seiner Ess- und Schlafgewohnheiten

» wenn sich jemand plötzlich nichts mehr aus liebgewonnen Dingen macht              z.B. seine Lieblings-CDs, Klamotten sein Haustier

» wenn sich jemand von seinen Freunden abkapselt

» wenn jemand nach der Trennung von einem geliebten Menschen in tiefe, nicht      enden wollende Depressionen verfällt

» bei plötzlicher Verschlechterung der Schulnoten

» bei allgemeiner Hoffnungslosigkeit und Selbsthass

» bei ständiger Rastlosigkeit und Überaktivität

» wenn jemand einen Selbstmordversuch begeht

» wenn sich eine depressive oder selbstmordgefährdete Person plötzlich besser      fühlt (die Entscheidung für einen Suizid führt oft zu einem Stimmungshoch)

 

Gefahr besteht vor allem, wenn:

» jemand sagt, dass er sich selbst verletzen will

» jemand einen Plan hat, wie er das machen will

» jemand Tabletten bunkert oder sich eine Waffe besorgt

» es Anzeichen dafür gibt, dass sich jemand bereits verletzt hat

» jemand weggetreten oder bewusstlos aufgefunden wird

» jemand Suizidgedanken äußert

» jemand bereits einen Suizidversuch begangen hat

 

Es ist falsch zu glauben, dass Menschen, die von Suizid sprechen, es nicht tun. Aber es ist auch falsch zu glauben, dass ein Jugendlicher, der entschlossen ist, sich das Leben zu nehmen, nicht mehr von seinem Vorhaben abzubringen ist. Die meisten sind hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch zu leben und dem Wunsch zu sterben.

Risikofaktoren

Diese Punkte können die Wahrscheinlichkeit für einen Suizid erhöhen:

» psychische Erkrankungen (z.B. Depression, Bipolare Störung, Schizophrenie,      Borderline-Persönlichkeitsstörung, etc.)

» Alkohol-/Drogen- und Medikamentenmissbrauch oder -abhängigkeit

» fehlende Konfliktlösungsstrategien

» Hoffnungslosigkeit

» schwere (chronische) Erkrankungen

» Impulsivität und/oder eine Tendenz zu Aggression

» erlebtes Trauma oder Missbrauch

» vorausgegangener Suizidversuch

» Fehlen von sozialer Unterstützung und das Gefühl von Isolation

» Suizid innerhalb der Familie

» Job- oder finanzieller Verlust

» Verlust einer Beziehung

» einfacher Zugang zu tödlichen Mitteln

» Suiziddarstellung in den Medien (lokale Häufung von Suizid)

» Hemmungen, um Hilfe zu bitten

Fehlannahmen

Oft werden Fakten mit Unwahrheiten durcheinander gebracht. Es ist wichtig sich mit den bestehenden Mythen und Fehlannahmen zum Thema Suizid und den Anzeichen, die auf einen bevorstehenden Selbstmord hinweisen könnten, auseinanderzusetzen. Hier ist ein kleines Quiz mit sieben Fragen. Wie viele davon kannst Du richtig beantworten?

Wissensquiz

Du hast Suizidgedanken

Fast alle Jugendlichen haben schon einmal darüber nachgedacht, was wäre, wenn sie nicht mehr leben würden, wenn sie sich selbst töten, Suizid begehen würden.

Du bist also nicht allein mit solchen Gedanken und schon gar nicht deswegen verrückt. Sondern solche Gedanken passen zu deinem momentanen Lebensgefühl: Manchmal fühlst du dich sicher mit dem, was du kannst und willst und wie du fühlst. Manchmal aber fühlst du dich vielleicht ganz klein und unfähig oder  verunsichert.

Das kann sich auf deine Beziehung zu allen dir nahestehenden Menschen beziehen. Vielleicht gibt es seit geraumer Zeit immer wieder Streit mit deinen Eltern und du findest, sie verstehen dich nicht oder sie schränken dich zu sehr ein, behandeln dich noch wie ein Kleinkind. Oder du bist sehr gekränkt, weil deine  Liebe nicht erwidert wird, vielleicht denkst du, nicht liebenswert zu sein. Oder du hast Stress in der Schule, in der Klassengemeinschaft, mit Lehrern, mit den Leistungsanforderungen. 
Es könnte auch sein, dass du dich nicht attraktiv genug findest, dass du mit deinem Körper unzufrieden bist. Vielleicht hast du den Drang, dich selbst zu verletzen –  oder du tust es bereits? Bist du auf der Suche nach Lebenssinn, findest, dass die Welt, so wie sie ist, schreckliche Seiten hat? Aber du weißt auch nicht, was oder wie du etwas ändern kannst? Zusammengenommen geht es dir vielleicht  manchmal so, dass du nicht mehr weiter weißt. Es ist so ein Gefühl, wie in einem Tunnel gefangen zu sein.

 Wir möchten dich ermutigen, das Gespräch mit einer Jugendberatungsstelle aufzunehmen. Du kannst einen persönlichen Termin vereinbaren, am besten telefonisch. Denn Gespräche können dich entlasten, du kannst erleben, dass es immer einen Weg aus dem Tunnel heraus gibt und dass du aktiv werden kannst, um zu verhindern, dass die Probleme sich weiter auftürmen und dir die Sicht versperren.

Quelle: Neuhland e.V.

Hier findest du Hilfe.

Joana Hauff, Projektkoordinatorin bei frnd, im Interview beim Sender joiz.tv über Fakten, Warnsignale, Risikofaktoren und Hilfsmöglichkeiten

Joana Hauff bei joiz.tv am 16.12.13

Radiointerview mit Klaas Heufer-Umlauf über Suizid und Suizidprävention

Radio Fritz rbb 19.11.12 Klaas Heufer Umlauf – Freunde fürs Leben (ONLINEVERSION)

Hier findest du frnd.tv-Sendungen zum Thema Suizid. Wenn du auf       klickst siehst du die ganze Playlist und kannst ein Video auswählen.

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