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Online-Therapie bei Depression? HelloBetter klärt auf

Ein Online-Training gegen Depression? Noch vor einigen Jahren hat der Vorschlag, psychische Erkrankungen online zu behandeln, Zurückhaltung und Misstrauen ausgelöst. Aus dem letzten Jahrzehnt Forschung wissen wir jedoch: Online-Trainings können bei psychischen Erkrankungen wie Depression ebenso wirksam sein, wie klassische Psychotherapien.

Was genau ist Digital-Mental-Health?

Ganz allgemein versteht man unter dem Oberbegriff “Digital-Mental-Health” die Nutzung digitaler Technologien zur Behandlung psychischer Krankheiten und zur Förderung, Stärkung und Wiederherstellung psychischer Gesundheit. Die häufigste Form internetbasierter Interventionen sind sogenannte “Selbstmanagement-Programme” oder “Online-Trainings”, in denen Informationen und Anleitungen zur Selbsthilfe gut strukturiert angeboten werden.

Digital-Mental-Health kann Menschen, die bisher auf sich allein gestellt waren, durch Online-Plattformen und Apps direkt im Alltag helfen. Auch die Bundesregierung hat das Potential von Digital-Mental-Health erkannt: Das „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (DVG) ist im Dezember 2019 in Kraft getreten. Dieses Gesetz hat das Ziel, den Ausbau des digitalen Gesundheitswesens in Deutschland zu verbessern und ermöglicht jetzt schon das Verschreiben von Online-Trainings und Videosprechstunden auf Rezept.

Was sind Online-Trainings?

In Online-Trainings lernst du in der Regel dasselbe wie z.B. in einer kognitiven Verhaltenstherapie: Den Teilnehmer*innen werden Werkzeuge an die Hand gegeben, sich selbstbestimmt um die eigene psychische Gesundheit zu kümmern. Die Programme erstrecken sich über mehrere Wochen, in denen etwa einmal pro Woche eine Trainingseinheit bearbeiten wird.

In den Trainings erfahren die Teilnehmer*innen mehr über die Hintergründe psychischer Erkrankungen und beschäftigen sich mit den Symptomen, die ihren Alltag erschweren. Im Verlauf probieren sie mittels anschaulicher Übungen Methoden aus, um ihre Beschwerden zu lindern.

Diese Übungen dienen dazu, Strategien zum Umgang mit unangenehmen Gedanken zu lernen oder die Veränderung bestimmter Verhaltensweisen in den Alltag zu übertragen. Viele der Online-Trainings können durch Psychologen oder Psychologinnen begleitet werden und ermöglichen somit den Austausch über den persönlichen Verlauf der Behandlung. Eine Rückmeldung des Coaches oder Therapeut*in erfolgt in der Regel wöchentlich per Chat oder E-Mail.

Digitale Therapie – kann das funktionieren?

Die kurze Antwort ist: ja! In der Forschung wurden die Chancen der digitalen Therapie als Erstes erkannt, und so gibt es mittlerweile zahllose Studien zu ihrer Wirksamkeit. Die Forscher*innen sind sich dabei einig: Online-Trainings können durchaus effektiv bei unterschiedliche Störungen und Beschwerden sein, unter anderem bei Depression, Angststörungen, Stress, Essstörungen oder Traumata. Sie wirken zudem bei allen Altersgruppen gleichermaßen. Und nicht nur das: Es zeigt sich auch, dass Online-Trainings in ihrer Wirksamkeit klassischen Therapien nicht unterlegen sind.

Online-Therapieangebote sind nicht nur in ihrer Wirksamkeit vergleichbar mit bisherigen Therapieformen, sie bieten auch die Möglichkeit, die Versorgung psychischer Krankheiten zu verbessern – und das weltweit. Selbst in hochentwickelten Ländern erhält weniger als die Hälfte aller Menschen mit psychischen Erkrankungen eine Behandlung.

Interessanterweise ist die häufigste Barriere der Inanspruchnahme der Wunsch der Patient*innen, Probleme selbstständig in den Griff zu bekommen. Digitale Therapien sind dafür besonders geeignet, da sie den Nutzer*innen erlauben, anonym und eigenständig an ihren Problemen zu arbeiten – und sie sind unabhängig von Zeit und Raum. Auch lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz können durch Online-Trainings überbrückt werden.

Was sind Chancen, was Risiken?

Nicht alle Menschen, die einen bzw. eine Psychologe*in oder Ärzt*in brauchen, finden auch eine*n. Viele machen die Erfahrung, dass Therapeut*innen sehr lange Wartezeiten haben oder sich auf Anfragen gar nicht erst zurückmelden. Insbesondere in Regionen, in denen es vergleichsweise wenige psychotherapeutische Praxen gibt, sowie für Menschen mit wenig Zeit oder körperlichen Einschränkungen, bieten digitale Angebote große Chancen.

Auch Betroffene, die misstrauisch gegenüber traditionellen Behandlungsangeboten sind oder sich schämen, psychotherapeuthische Hilfe in Anspruch zu nehmen, können ebenfalls erste therapeutische Erfahrungen machen. Sie erhalten so neue Möglichkeiten, sich aktiv und unabhängig in einen therapeutischen Prozess zu begeben, der Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit stärkt.

Du findest sehr viele Angebote im Internet, wenn du nach Hilfe für psychische Beschwerden suchst. Ähnlich wie es bei Medikamenten oder klassischer Psychotherapie der Fall ist, ist es auch bei Online-Therapieangeboten sehr wichtig, dass die Qualität sichergestellt ist.

Leider gibt es immer wieder Fälle, in denen digitale Anwendungen für psychische Beschwerden mit falschen Voraussetzungen und Versprechungen beworben werden. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat daher zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie einen Katalog mit Qualitätsmerkmalen entwickelt, den Internetangebote erfüllen sollen.

Dabei spielen Hilfestellungen bei akuten Krisen und Suizidalität sowie der Umgang mit dem Datenschutz eine wichtige Rolle. Das Digitale-Versorgungs-Gesetz schärft diese “Qualitätskontrolle” noch einmal. Falls du im Internet auf der Suche nach Hilfe bist, achte also darauf, ob die Wirksamkeit des Angebots in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. Falls das der Fall ist, findest du in der Regel einen Hinweis darauf im Beschreibungstext des Online-Trainings oder auf der Webseite. Im Zweifelsfall kannst du auch eine Kontaktmöglichkeit nutzen und gezielt nachfragen.

Helfen mir Online-Trainings bei Depressionen?

Insbesondere in der Behandlung von Depressionen haben sich Online-Trainings als wirksam erwiesen. Sie bieten den Vorteil, dass Betroffene sie ohne Wartezeit, jederzeit und von überall und jederzeit nutzen können.

Wir von HelloBetter haben zum Beispiel ein Online-Training entwickelt, das depressive Beschwerden nachweislich verringern und Depressionen vorbeugen kann. In diesem Training erfahren Betroffene mehr darüber, wie sie ihre Probleme lösen und regelmäßige “Kraftgeber” in ihren Alltag einbauen können.

Das bedeutet, du lernst mehr von dem zu tun, was dir gut tut! Außerdem geht es darum, einen Weg aus Grübeleien zu finden und zu verstehen, wie wiederkehrende Gedanken deine Gefühle beeinflussen. Am Ende des Trainings geht es dann darum, die Erkenntnisse aus dem HelloBetter-Training langfristig im Leben zu verankern.

Hast du depressive Beschwerden und möchtest selbstbestimmt deine psychische Gesundheit verbessern? Ist es für dich zeitlich schwierig, einen festen Termin in der Woche einzuhalten? Fühlst du dich unwohl dabei, direkt mit einer Person über deine Gefühle zu sprechen? Stehst du vielleicht auf der Warteliste für eine Therapie, möchtest aber sofort etwas für dein Wohlbefinden tun?

In diesen Fällen kann ein Online-Trainingsprogramm eine gute Möglichkeit sein, den ersten Schritt zu wagen. Du möchtest das Online-Training testen? HelloBetter stellt euch exklusiv einige Trainings kostenlos zur Verfügung. Mehr erfahrt ihr auf unserem Facebook– und Instagram-Kanal.

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