0800 – 111 0 111
TELEFONSEELSORGE
Sorgen teilen. Anonym.
Täglich. Rund um die Uhr.

116 111
KINDER- UND JUGENDTELEFON
Nummer gegen Kummer. Anonym.
Mo-Sa. 14-20 Uhr erreichbar.

Soforthilfe

Der richtige Umgang mit Instagram und Co.

Soziale Netzwerke können uns durch den ständigen sozialen Vergleich, fehlende Likes oder sogar Hasskommentare regelrecht fertig machen. Aber soziale Netzwerke können auch freie Räume sein, in denen sich Menschen egal welcher Herkunft, welchen Alters oder welcher Sprache in einer Gemeinschaft zusammenfinden, sich über ihren Alltag oder spezielle Themen austauschen.

Dieser Artikel soll dich nicht von den Gefahren oder Vorteilen sozialer Medien überzeugen, sondern Ideen geben, wie du soziale Netzwerke zukünftig besser für dich nutzen kannst

Was soziale Medien mit der Psyche macht

Eine Studie britischer Forscher hat gezeigt, dass Jugendliche und jungen Erwachsene, die mehr als zwei Stunden pro Tag soziale Medien nutzen, häufiger von einer beeinträchtigten psychischen Gesundheit berichten. Mögliche Gründe, so die Wissenschaftler*innen, könnten sein, dass durch den sozialen Vergleich vermehrt negative Gefühle auftreten, Jugendliche sich stärker ausgeschlossen fühlen und unrealistische Erwartungen an das eigene Aussehen und Leben verstärkt werden.

Bestimmt hast du es schon oft gehört oder vielleicht die Doku “Das Dilemma mit den sozialen Medien” auf Netflix gesehen, es gibt viel berechtigte Kritik an den sozialen Netzwerken: Die übermäßige Nutzung von Instagram, TikTok und Co kann zu vermehrten Selbstzweifeln führen, Unsicherheiten gegenüber dem eigenen Körper und sogar depressive und angstbezogene Symptome begünstigen.

Eigentlich sollten uns diese Erkenntnisse zu denken geben, doch die Gewohnheit, täglich auf Instagram (zzt. 32min. tägl. bei unter 25 jährigen in GER) oder TikTok (50 min. tägl. in GER) Zeit zu verbringen ist stärker. Vielleicht ist dir selbst auch schon eine hohe Verweildauer auf Social Apps aufgefallen und möchtest es ändern. Etwas verändern klingt im Prinzip gut, doch wie und was genau?

Strategien für eine sinnvolle Nutzung

Wir haben 3 Strategien für dich, wie du soziale Netzwerke nutzen kannst, um das Beste mitzunehmen und deine psychische Gesundheit trotzdem zu schützen.

Sich verbinden und verbunden fühlen.

Soziale Netzwerke verbinden. Nicht nur mit Freunden und Familien, die nah oder fern sind. Soziale Netzwerke können dich auch auch mit Menschen verbinden, die ähnliche Geschichten, Probleme oder Interessen haben. Wenn du dich früher vielleicht einsam oder womöglich sogar nicht verstanden gefühlt hast, findest du in sozialen Netzwerken häufig Gleichgesinnte. Das gibt ein Gefühl von Zugehörigkeit und kann dir dabei helfen deine eigene Identität auszudrücken.

Ebenso kannst du Likes und Herzen verteilen an die Menschen, die sie offline vielleicht nicht einfach zugeworfen bekommen. Achte bei der Nutzung sozialer Netzwerke darauf, dass du dich auf diese wohlwollende Verbundenheit fokussierst. Das bedeutet, verbinde dich – so wie im echten Leben auch – mit Menschen, die dir guttun.

Blicke hinter die Fassade.

Wenn wir unseren Social- Media- Feed öffnen, sehen wir Fotos von den beeindruckendsten Urlaubsorten, wunderschönen Menschen, immerzu lachenden Freunden oder – in manchen Fällen – sehr vielen niedlichen Katzen. Nur ein paar Minuten scrollen und man könnte den Eindruck gewinnen, dass das eigene Leben doch sehr wenig zu bieten hat. Dabei vergessen wir oft, dass diese Bilder meistens mit Hilfe von Filtern und Photoshop bearbeitet wurden und nur einen Ausschnitt der Realität darstellen.

Einen Ausschnitt, der in der Regel etwas Positives, Schönes und Besonderes teilt – und oft gar nicht dem normalen Wahnsinn des alltäglichen Leben entspricht. Das muss auch gar nicht schlimm sein, wenn wir die Posts bewusst sehen, als das, was sie sind: Sehr schöne Bilder. Wenn wir uns daran erinnern, können wir unseren Freunden trotzdem ein Herz schicken – ohne unser Leben oder uns dadurch als langweilig und weniger wertvoll zu sehen.

“Sich zu vergleichen tut meistens weh. Mir auch. Mit unzähligen Vorbildern. Das Problem: Über sich weiß man alles und am schwersten wiegt die eigene Unfähigkeit. Über den Anderen weiß man nur, was man wissen will: Das aufgerundete Produkt des Erfolges… Lass uns damit aufhören.” – Fynn Kliemann

Bring Vielfalt in dein Leben.

Soziale Netzwerke bieten die einzigartige Möglichkeit die Vielfalt des Lebens zu zeigen. Wir können unseren Blick auf die Welt erweitern, indem wir Personen oder Kanälen folgen, die mehr Farbe in unser Leben bringen: Auf vielen Kanälen begegnen wir Vorbildern, die unser Leben bereichern und unser Selbstbild stärken können.

Frauen, die als Fitness-Influencerinnen starteten und sich nun für Nachhaltigkeit engagieren; Betroffene, die sowohl humorvoll, als auch ehrlich über ihren Umgang mit Depression berichten; Jugendliche, die über gesunde Ernährung bloggen und Menschen, die ihren Körper auch ohne Retusche und Filter zeigen. Wenn dann ein Social-Media-Feed entsteht, der menschliche Vielfalt abbildet, ist das nicht nur gut für uns, sondern auch für unsere psychische Gesundheit und unser eigenes (Körper-)Gefühl

Was ist schon perfekt?

Das perfekte Profilfoto, der perfekte Post, der perfekte Umgang mit Sozialen Netzwerken – das alles gibt es eben nicht. Denn das Leben ist nicht perfekt. Ganz im Gegenteil. Es gibt verdammt perfekte Momente und es gibt Momente, in denen nichts zu sein scheint, wie man es sich wünscht. Das alles gehört zu der Vielfalt unseres Lebens – ob on- oder offline.

nach oben