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Was uns hilft, wenn der Antrieb fehlt

Die Wäsche stapelt sich. Das Geschirr auch. Die unbeantworteten Nachrichten machen durch ihren roten Punkt unablässig auf sich aufmerksam. Die Möglichkeit, das Bett zu verlassen und einfach aufzustehen, unendlich oft durchgespielt. Aber nichts ist passiert und wir fühlen uns oft nicht gut dabei.

Wenn der Antrieb fehlt

Wir alle kennen solche Momente, in denen uns der Antrieb fehlt. Oft gibt es Tage, an denen brauchen wir genau diese Auszeit. Keinen Erwartungen – die eigenen oder fremden – denen wir entsprechen müssen. Einfach mal Ruhe. Zeit zum Nichtstun.

In den meisten Fällen können eine ganze Reihe an Faktoren dazu führen, dass wir keine Energie haben: zu wenig Schlaf oder Tageslicht, Stress, Unausgeglichenheit oder zu hohe Ansprüche an uns selbst.

Aber auch körperliche Mangelerscheinungen können uns stark beeinflussen, wie z.B. Vitamin B12 oder Vitamin D Mangel, einseitige Ernährung oder Stoffwechselerkrankungen (z.B Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus). Hier lohnt es sich im Zweifel mit einem Hausarzt bzw. einer Hausärztin zu sprechen, um dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

Was können wir selbst gegen die Antriebslosigkeit tun?

Doch auch ohne Arztbesuch können wir einiges für unser Wohlbefinden tun. Die Frage lautet also: Wie können wir uns Raum geben, uns zu erholen und Energie zu tanken? Und was kann ich tun, wenn die Energielosigkeit anhält?

Warnsignale wahrnehmen
Wie beim Auto macht uns unser Körper in der Regel durch Warnsignale darauf aufmerksam, dass bald der Energietank leer ist. Vielleicht bemerkst du eine innere Unruhe, Sorgen, fühlst dich gestresst oder erschöpft?

Wenn du diese Anzeichen wahrnimmst, dann ist es wichtig, dir ganz bewusst Zeit für dich zu nehmen und wieder aufzutanken.

Balance finden
Genauso wie du wahrscheinlich jeden Abend dein Handy an das Ladekabel anschließt, solltest du täglich darauf achten, auch die eigene Batterie aufzuladen. Am schnellsten gelingt das, indem wir eine Balance zwischen Aktivitäten und Erholung finden.

Zeit mit anderen, Bewegung und die Erledigung alltäglicher Dinge sind genauso wichtig, wie ausreichend Schlaf, Pausen und gemütliches Rumlungern. Ein guter Anhaltspunkt ist die Art und Weise, wie wir unsere Energie verbraucht haben. Dabei geht es darum, Gegenwelten zu erzeugen.

Das bedeutet: Wenn wir lange konzentriert am Schreibtisch saßen, können wir unsere Kraft zum Beispiel durch Bewegung wiedererlangen. Waren wir stattdessen aktiv, haben viele Eindrücke gewonnen und mit unterschiedlichen Menschen gesprochen, können wir uns beim Alleinsein und zur Ruhe kommen erholen.

Flexibel bleiben
Wenn wir uns etwas vornehmen, haben wir oft eine konkrete Vorstellung davon, wie das aussehen soll: 45 Minuten joggen, die ganze Wohnung putzen oder ein langes Telefonat mit der Freundin führen. Wenn wir jedoch lernen, unsere Bedürfnisse genauer zu betrachten und uns kleine Schritte vornehmen, dann fällt es uns leichter, die Dinge tatsächlich umzusetzen.

So können wir zum Beispiel, um uns „mehr zu bewegen”, eine halbe Stunde tanzen, einen langen Spaziergang mit einem Freund machen oder 10 Minuten das Programm der Fitness-App ausprobieren.

Genauso können wir, um mehr „Kontakt mit anderen” zu haben, ein schönes Geburtstagsgeschenk vorbereiten, uns zum gemeinsam Netflix-Abend verabreden oder eine Sprachnachricht schicken.

Routinen schaffen
Wenn wir uns erschöpft fühlen, fällt es uns oft schwer, Entscheidungen zu treffen und uns aufzuraffen. Oft kann es extrem hilfreich sein, wenn wir uns schon vorher überlegen, wann und wo wir welche Aktivitäten machen wollen. Besonders nützlich ist dabei, wenn wir uns zum Beispiel mit anderen – digital oder persönlich – verabreden.

Meistens wollen wir unsere Verabredung nicht hängen lassen und so schaffen wir es gleich, uns besser zu motivieren. Egal ob mit anderen zusammen oder mit sich selbst – eine feste Verabredung hilft uns, die Pläne auch tatsächlich umzusetzen.

Kraftgeber aufschreiben
Zum Schluss kann es sehr sinnvoll sein, dir darüber bewusst zu werden, welche Aktivitäten deine ganz persönlichen Kraftgeber sind. Das können Dinge sein, die dir guttun, dir Freude bereiten oder dich ausgleichen.

Manchmal kann es helfen, eine solche Liste zu führen, damit man wieder darauf zurückgreifen kann, wenn einem mal die Ideen ausgehen. Also los – schnapp dir einen Stift und notiere dir am besten gleich deine persönlichen Kraftgeber, die dir schon mal Energie gegeben haben oder auch etwas, das du neu ausprobieren willst.

Was ist, wenn die Energie nicht wiederkommt?

Die Freudlosigkeit nicht weggeht? Und wir einfach liegen bleiben und weiter an die Wand starren? Betroffene von depressiven Erkrankungen empfinden oft genau das: Antriebslosigkeit. Interessenverlust und Freudlosigkeit.

Aus einzelnen Tagen können Wochen oder Monate werden. Aus dem natürlichen und notwendigen Bedürfnis, sich Ruhe zu gönnen, kann sich eine bleierne Schwere entwickeln. Um zu verstehen, ob hinter der Antriebslosigkeit auch eine Depression stecken könnte, geben die Dauer und Intensität erste wichtige Hinweise.

Hält die Antriebslosigkeit länger als 2 Wochen an?
Tritt sie zur meisten Zeit und an den meisten Tagen auf?
Und nimmt sie ein für dich ungewöhnlich starkes Ausmaß an?

Wenn du die diese Fragen mit Ja beantwortest, kann es hilfreich sein, wenn du dir Hilfe suchst. Zum Beispiel, indem du bei der Telefonseelsorge 0800 – 111 0 111 anrufst oder dich deiner Familie oder deinen Freunden anvertraust.

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