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Gemeinsam nicht einsam – Wie Selbsthilfegruppen dich unterstützen

Bild: pexels.com

Jens Woisczyk ist Koordinator der KIBIS im Gesundheitszentrum Göttingen e.V.. Sein Team unterstützt Betroffene und Angehörige bei der Suche und Gründung von Selbsthilfegruppen. Was für ihn Selbsthilfe und der Austausch in der Gruppe bedeutet, teilt er hier mit euch.

Sich zugehörig fühlen

Der Mensch ist ein „Gruppentier“. Den Satz hört man immer wieder. Es steckt allerdings mehr dahinter als Viele auf den ersten Blick erkennen.

Wir wollen nicht nur von Anderen akzeptiert werden oder Anderen gefallen. In der richtigen Gruppe fühlen wir uns geborgen, sicher und können im besten Fall sogar unseren Energielevel wieder aufladen.

Die Selbsthilfegruppe bildet eine einzigartige Möglichkeit in persönlichen Krisensituationen Trost und Zuspruch zu erhalten. Du kannst dich an anderen orientieren‚ Halt finden. Zugehörigkeitsgefühl wirkt gegen Einsamkeits-Empfindungen.

Du fühlst dich nicht mehr so allein und abseits der Gesellschaft mit deinem Problem. Du fühlst dich gehört und integriert.

Rat und Entlastung

Selbsthilfegruppen möchten genau das. Sie geben den Teilnehmenden die Möglichkeit sich zu speziellen Themen auszutauschen. Aber nicht nur der reine Informationsaustausch findet statt.

Vielmehr erhältst du die Chance ganz eigene individuelle Erlebnisse, Ängste, Erfahrungen zu teilen. Rat einzuholen oder dir einfach etwas „von der Seele“ zu reden.

All dies in einer Gruppe von Menschen, die Gleiches oder Ähnliches durchleben. Oft ist allein dies schon etwas, dass eine gewisse befreiende Wirkung hat und somit Entlastung darstellen kann.

Selbsthilfegruppen sind dein Forum, ein geschützter Raum in dem du mit bekannten Gesichtern sehr intime Themen ansprechen kannst, die im Alltag zu kurz kommen.

Diese Treffen können Selbstvertrauen und Stabilität im Alltag stärken. Hemmnisse, Ängste und Vorbehalte werden im Miteinander abgebaut. Du kannst von „alten Hasen“ lernen und als Teil dieser Gemeinschaft die Treffen mit Leben füllen.

Gemeinsam sind wir stark

Ganz nach der Maxime „Gemeinsam sind wir stark“ unternehmen einige SHG auch außerhalb der regulären Gruppentreffen gemeinsame Aktivitäten in ihrer Freizeit.

In der Gruppe kann sich der Mensch entfalten. Die Bindung in der Gruppe stärkt das Individuum und gibt Sicherheit. In dieser Gemeinschaft traust du dich vielleicht eher wieder in bestimmte angstbeladene Situationen zu gehen, um sie gemeinsam zu bewältigen.

Selbsthilfegruppen sind eine anerkannte tolle Institution als fester Bestandteil des Gesundheitswesens.

Worauf ihr euch verlassen könnt

Jede:r in ihrem bzw. seinem eigenen Tempo.
Vertrauen geht über alles.
Jede:r bekommt ihren bzw. seinen Raum.
Die Teilnehmenden können immer selber entscheiden was sie genau preisgeben und wann.

Die Selbsthilfegruppe bildet einen besonderen Raum indem du persönliche Krisensituationen, Trauer, Frust und vieles mehr verarbeiten kannst. Es ist kein Therapieersatz, kann aber ein tolle Ergänzung sein.

Natürlich ist es auch ein Ort, wo du Energie schöpfen kannst, in dem du anderen in schwierigen Situationen zuhörst und Aufmerksamkeit schenkst. Selbsthilfe ist wertvolle Zeit die du dir selber schenkst!

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