0800 – 111 0 111
TELEFONSEELSORGE
Sorgen teilen. Anonym.
Täglich. Rund um die Uhr.

116 111
KINDER- UND JUGENDTELEFON
Nummer gegen Kummer. Anonym.
Mo-Sa. 14-20 Uhr erreichbar.

Soforthilfe

Lukas Klaschinski über Gefühlsbereitschaft, das Spüren von Wut und emotionale Erfüllung

Foto: Svenson Suite

Lukas Klaschinski ist zu Gast in der neuen Folge von Laut gedacht. Der Psychologe, Podcaster, Speaker und Autor betont die Bedeutsamkeit von Gefühlen für die psychische Gesundheit. Im Interview reflektiert er über den Umgang mit verschiedenen Emotionen.

Der 40-jährige stellt heraus, er unterscheide nicht zwischen positiven und negativen Gefühlen, sondern zwischen angenehmen und unangenehmen Gefühlen. Er sagt: „Für mich hat jedes Gefühl eine wichtige Information.“ Es sei deshalb wichtig, alle Gefühle zu spüren und vor allem zu leben. Klaschinski bezeichnet dies als „Gefühlsbereitschaft“. Dafür seien zwei Schritte wichtig: Achtsamkeit – innezuhalten, physische Empfindungen zu spüren und in den Moment zu kommen – und Akzeptanz. Der Psychologe meint: „Wenn wir allen Gefühlen begegnen können, können wir Dinge machen, obwohl wir Angst haben. Da entsteht eine Freiheit.”

Auch unangenehme Gefühle anzunehmen, sei bedeutsam. Es könne dabei helfen, alte emotionale Themen zu verarbeiten und aufzulösen. Der Autor sagt: „Wenn wir ganz große Gefühle in der Vergangenheit hatten, die unverarbeitet blieben, haben wir heute hier die Gelegenheit zu sagen: Heute bin ich erwachsen, heute kann ich das fühlen – und dementsprechend auch das Thema auflösen, Schritt für Schritt.“

Der Psychologe betont, dass die Sozialisation oft dafür verantwortlich ist, welche Gefühle Menschen als gesellschaftlich akzeptabel einordnen. Unangenehme Gefühle werden häufig vermieden, weil sie schon in der Kindheit wenig Raum bekommen haben. Lukas Klaschinksi erklärt, warum es dennoch essentiell ist, auch Gefühle wie Wut, Scham und Traurigkeit zuzulassen: „Wenn uns ganz früh beigebracht wurde, dass die Wut nicht sein darf, dann weinen wir in Situationen, die eigentlich unsere Wut bräuchten“. Klaschinski schildert, dass die Unterdrückung von Wut sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken kann.

Freunde fürs Leben e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, psychische Erkrankungen in der Gesellschaft zu entstigmatisieren. Mit dem Interviewformat Laut gedacht informiert der Verein seine Zuschauer:innen auf seinem YouTube-Kanal frnd.tv über die Themen mentale Gesundheit, Depression und Suizid.

Thumbnail Lukas Klaschinski

Foto: Svenson Suite

nach oben