0800 – 111 0 111
TELEFONSEELSORGE
Sorgen teilen. Anonym.
Täglich. Rund um die Uhr.

116 111
KINDER- UND JUGENDTELEFON
Nummer gegen Kummer. Anonym.
Mo-Sa. 14-20 Uhr erreichbar.

Soforthilfe

Hannes-Vincent Krause über Social Media, psychische Gesundheit und die Bedeutung von Medienkompetenz

 

Portraitbild von dem Psychologen und Wirtschaftsinformatiker Hannes-Vincent Krause

Foto: Hannes-Vincent Krause

In dieser Sonderfolge von „Kopfsalat“ spricht Moderator Sven Haeusler mit dem Psychologen und Wirtschaftsinformatiker Hannes-Vincent Krause über die Auswirkungen von Social Media auf die psychische Gesundheit junger Menschen. Der Postdoc am Weizenbaum-Institut forscht zum Zusammenspiel von digitalen Plattformen und psychologischen Prozessen und beschäftigt sich mit der Frage, wie soziale Medien auf Wohlbefinden, Selbstwert und gesellschaftliches Miteinander wirken.

Im Gespräch beschreibt der Psychologe Social Media zunächst als einen Raum, in dem grundlegende soziale Prozesse stattfinden: „Social Media ist einfach ein Abbild von sozialer Realität, mit all seinen Prozessen, mit all seinen Risiken und mit all seinen Benefits.”

Kinder und Jugendliche sind sowohl in der realen als auch digitalen Realität eine vulnerable Gruppe, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist und die besonders stark von sozialen Informationen beeinflusst werden kann. Gleichzeitig macht er deutlich, dass die wissenschaftliche Lage komplex sei und einfache Erklärungen oft zu kurz greifen: „Das Ding ist aber, die Rechnung ist leider nicht so einfach.“

Ein Risiko sieht er in der Funktionsweise der Plattformen selbst. Diese seien darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit zu binden und Nutzung zu verlängern. Die Folge können Druck, Kontrollverlust oder das Vernachlässigen anderer wichtiger Bereiche sein.

Trotzdem warnt Hannes-Vincent Krause vor vorschnellen Lösungen wie pauschalen Verboten und plädiert stattdessen für einen differenzierten Umgang mit digitalen Medien: „Wir brauchen Lösungen, die ein bisschen mehr erfordern, als zu sagen, wir sperren jetzt einfach Kinder und Jugendliche aus und dann hat sich das Problem erledigt.“

Im Zentrum stehen für ihn Medienkompetenz, Aufklärung und eine stärkere Verantwortung von Plattformbetreiber*innen. Gleichzeitig betont er, dass soziale Medien auch Chancen bieten – etwa für Austausch, Orientierung und Zugehörigkeit. Entscheidend sei ein reflektierter Umgang, der Risiken ernst nimmt, ohne die positiven Aspekte aus dem Blick zu verlieren.

Die zwei Folgen zu Social Media und psychischer Gesundheit werden durch Kolsquare gefördert.

nach oben