Andrej Filatow über Migration, Ankommen und Einsamkeit zwischen zwei Welten
Foto: Woodywoodsn
In der neuen Sonderfolge von „Kopfsalat“ zum Thema Einsamkeit ist der Regisseur und Creative Director Andrej Filatow, kurz Filatow, zu Gast. Er spricht über Migration und erörtert, wie Einsamkeit oft dort entsteht, wo sie kaum sichtbar ist. Der kreative Kopf, der in Kasachstan geboren wurde und in den 1990ern nach Deutschland kam, teilt persönliche Erinnerungen an das Ankommen in einer neuen Realität, die wenig mit den Erwartungen seiner Familie zu tun hatte.
Im Gespräch wird schnell klar: Einsamkeit beginnt nicht im Alleinsein. Andrej Filatow beschreibt, wie Sprachbarrieren, bürokratische Hürden und gesellschaftliche Abgrenzung dazu führen können, dass man sich selbst in einer Großstadt und umgeben von einer Menge Menschen isoliert fühlt. „Du kannst einfach schon mal durch die Sprachbarriere nicht mit jedem instant befreundet sein“, sagt er und bringt damit auf den Punkt, wie sehr fehlende Verständigung Zugehörigkeit erschwert.
Besonders eindrücklich sind seine Beobachtungen aus der eigenen Familie. Er erzählt, wie sich seine Mutter in Deutschland oft nicht durchsetzen konnte und wie sehr Sprache darüber entscheidet, ob man gehört wird oder nicht. Erst bei einem Besuch in ihrer alten Heimat erlebt er seine Mutter selbstbewusst und klar: ein Moment, der zeigt, wie tiefgreifend und stark Migration auch das eigene Auftreten und Selbstbild verändern kann.
Andrej Filatow verbindet persönliche Erfahrungen mit einem klaren Blick auf gesellschaftliche Dynamiken. Zwischen Humor, Selbstreflexion und präzisen Beobachtungen entsteht mit Moderator Sven Haeusler ein Gespräch, das deutlich macht: Einsamkeit im Kontext von Migration ist nicht nur individuell, sondern auch strukturell, und damit etwas, das sich als Gesellschaft gemeinsam verändern lässt.
Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
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