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Dr. Rüdiger Maas über Einsamkeit im digitalen Zeitalter und was Generationen voneinander lernen können

Portrait von Dr. Rüdiger Maas

Foto: Dr. Rüdiger Maas

In der neuen Folge von „Kopfsalat“ ist Dr. Rüdiger Maas zu Gast. Er ist Psychologe, Sachbuchautor und Generationenforscher. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er das Institut für Generationenforschung in Augsburg. Dort untersucht er Werte, Verhaltensmuster und Herausforderungen verschiedener Generationen. Dabei gehen sie auch der Frage nach, wie der digitale Wandel unser Leben und unsere Beziehungen verändert.

Der Generationenforscher erläutert, dass aus ihren Erhebungen hervorgeht, dass viele Kontakte nicht automatisch echte Verbundenheit bedeuten. Junge Menschen seien zwar ständig erreichbar und digital vernetzt, hätten aber weniger Gelegenheiten, persönliche Begegnungen zu üben, fremde Menschen anzusprechen oder Unsicherheiten im direkten Austausch auszuhalten. „Social Media ist in den meisten Fällen kein Substitut, kein Ersatz für etwas, was wir eigentlich in einer analogen Welt erleben müssen“, sagt er.

Digitale Freundschaften könnten zwar Nähe vermitteln, körperliche und soziale Erfahrungen aber nicht vollständig ersetzen. „So eine digitale Umarmung fühlt sich einfach anders an. So wie ein digitales Feierabendbier einfach anders schmeckt.“ Gleichzeitig warnt Rüdiger Maas davor, einen einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang herzustellen. Eine hohe Social-Media-Nutzung verursache nicht automatisch Einsamkeit, beide Phänomene seien jedoch miteinander verbunden.

Im Gespräch geht es außerdem um endloses Scrollen, Likes, öffentliche Ablehnung, fehlende Alltagsstrukturen und Plattformen, deren Ziel es ist, Menschen möglichst lange zu beschäftigen. Rüdiger Maas spricht sich deshalb dafür aus, junge Menschen besser auf die digitale Welt vorzubereiten und Altersbeschränkungen ernsthafter zu diskutieren.

Doch auch ältere Generationen geraten für ihn zu sehr aus dem Blick, denn für sie könne die Digitalisierung Kontakte erleichtern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. „Ich habe immer so das Gefühl, in der analogen Welt vergessen wir oft die jungen Menschen und in der digitalen Welt vergessen wir sehr stark die älteren Menschen“, sagt er.

Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.

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